Wertschätzer Methode

Erstellt / bearbeitet von Gertraud Wegst, Stephan Josef Dick

Die Wertschätzer Methode dient Menschen und Organisationen beim entwickeln von Wertschätzung und Achtsamkeit. Dieser Methode liegt das Wertschätzer Ampelmodell zugrunde. Zum besseren Verständnis lesen Sie hier mehr über das Ampelmodell.

Immer wenn wir mit irgend jemandem oder etwas in Widerstand sind, ist unser Gehirn nur begrenzt leistungsfähig (Gelbes Bewusstsein). Brauchbare Ergebnisse werden hier nur mit viel Anstrengung und Mühe erreicht. Das geschieht häufig auf Kosten von Gesundheit und Wohlbefinden. Um ein Vielfaches wirksamer sind wir, wenn wir unsere Anliegen und Vorhaben aus dem Flow-Modus heraus angehen (Grünes Bewusstsein). Die Wertschätzer Methode unterstützt uns darin, Grün verfügbar zu haben. Dazu ist es nötig, dass wir nach und nach mit allem, mit dem wir aktuell im Widerstand sind, sozusagen aufräumen. Gelingt uns dies, wird unser automatisches Denken ruhig und wir erkennen die in uns liegende Basis für ein Grünes Leben, das sich wie von selbst, Stück für Stück in uns ausbreiten möchte.

Die folgenden Punkte können Sie als Anleitung benutzen und einfach in die sechs Schritte der Wertschätzer Methode einsteigen.

Schritt 1: Automatismus erkennen

Wir können ein Thema erst dann bearbeiten, wenn wir uns dessen bewusst werden. Beim ersten Schritt der Wertschätzer Methode entwickeln wir sozusagen eine Art Antenne für unsere inneren Widerstände und Beschwerden. Immer, wenn wir also spüren, dass wir eine Be- oder Verurteilung über Personen oder Vorgänge haben, wird hier unsere Antenne in Resonanz gebracht. Sie sagt uns: “Oh, schon wieder eine Beschwerde identifiziert. Wieder eine der automatischen Bewertungen. HURRA, hier ist Entwicklungspotenzial! Am besten das Thema gleich angehen und wieder ein Stück freier werden."

Hilfreich ist es, jetzt diesen Widerstand in einen Satz zu bringen:
“Ich finde (Person oder Vorgang einfügen) _____________________ “doof”, weil (Begründung einfügen) _________________________!”
 

Schritt 1 macht uns deutlich - dieser Satz ist nicht die Wahrheit sondern eine Prägung, ein Muster bzw. eine falsche Identifikation, von der wir uns durch die Wertschätzer Methode lösen können.

Schritt 2: Rechthaben loslassen

Jede Beschwerde birgt ein Besserwissen oder Rechthaben in sich. Wir sind im Widerstand mit etwas oder jemandem, weil wir glauben, dass unsere Sichtweise oder unser Blickwinkel besser, wirksamer, zielführender… ist. Dieser Widerstand gegen etwas, das ist, erzeugt automatisch eine Trennung, die für das Gegenüber wahrnehmbar ist, auch wenn das, was dagegen steht, nicht offen ausgesprochen wird. Eine wirkliche Lösung ist nur dann möglich, wenn wir bereit sind, dieses “Dagegen” loszulassen. Dabei geht es nicht darum, dass wir unsere Meinung und unseren Blick auf das für uns Richtige aufgeben. Das bleibt unbenommen. Es geht vielmehr darum, dass wir bereit sind, unser Festhalten und Verhaftetsein an unseren Blickwinkel loszulassen bzw. dass wir den Widerstand aufgeben. Es ist also mehr eine Frage der inneren Loslösung von etwas, das uns wichtig scheint.

Warum ist Ihnen die Angelegenheit so wichtig? Was ist Ihre Motivation dafür?

Diese Einsichten beim 2. Schritt der Wertschätzer Methode unterstützen uns darin, eine Auseinandersetzung darüber, was jetzt wirklich richtig oder unrichtig ist, loszulassen. Dieser Schritt ist nicht immer einfach, weil uns das Anliegen ja wesentlich ist. Wenn es uns nicht gelingt, unser Rechthaben loszulassen, ist das nicht weiter tragisch. Wir können das zumindest anerkennen und eine Bereitschaft mitbringen, dies nach den weiteren Schritten nachzuholen, eben dann, wenn es möglich ist.

Rechthaben loslassen, selbst wenn wir Recht haben, öffnet Türen!

Schritt 3: Einen wohlwollenden Blick einnehmen

Dieser Schritt birgt die Lebensweisheit in sich, dass alles und jedes auch eine gute Seite hat. Häufig sind es laute Stimmen in uns, die destruktiv und im Widerstand sind, während uns die leisen auf etwas aufmerksam machen wollen, wozu das Ganze gut sein könnte. Es sind die Blickwinkel, die wir zum Thema einnehmen bzw. die Geschichten, die wir uns über etwas erzählen, die uns Energie abziehen oder zuführen. Statt uns mit Rechthaben aufzuhalten, können wir uns fragen: Worin könnte also eine Story bestehen, die einen wohlwollenden Blickwinkel zu dem genau gleichen Geschehen einnimmt? Häufig hilft uns dabei, wenn wir uns aufmachen, die Umstände der Beteiligten und deren Prägungen und Muster zu verstehen, auch wenn deren Handeln bis jetzt in eine Richtung geführt hat, die uns nicht gefällt. Darüber hinaus unterstützt uns auch, das Geschehen als Lernfeld zu betrachten. Denn wir haben schon besonders schwierige Zeiten in unserem Leben gemeistert und die darin liegenden Lehren wollen wir nicht missen. Zu vermuten, dass wir mit einigem Abstand die jetzige Schwierigkeit als wichtigen Lernschritt in unserem Leben bezeichnen werden, liegt daher sehr nahe. Welche energiebringende Geschichte könnten wir uns zum aktuellen Ereignis erzählen, an die wir wirklich glauben können?

Schritt 4: Den eigenen Wachstumsschritt aussprechen

Worin könnte der eigene Wachstumsschritt bei dieser Angelegenheit liegen? Es genügt meist nicht, diesen nur zu finden, sondern es ist wesentlich, die eigene Erkenntnis auszusprechen, am Besten sogar gegenüber den Beteiligten! Das wirkt wie ein wahres Wunder und impulsiert wie eine Art Turbo. Ein besonders wirksamen Hinweis dafür schenkt uns die Arbeit von Byron Katie, die vereinfacht sagt: “Wenn du deine Beschwerde über jemand anderen ungeschminkt und gerne etwas übertrieben zu Papier bringst: Paul ist “blöd” weil…., dann findest du ganz schnell deinen nächsten persönlichen Entwicklungsschritt, weil alles, was du Paul, Monika oder wem auch immer unterstellst, zeigt dir genau, wo eigentlich dein Thema liegt.”

Wer genau hinschaut erkennt schnell, dass diese Thematik der eigene wunde Punkt ist. Meist etwas subtiler oder tiefer. Auch der positive Blick und das umdefinieren als persönliches Lernfeld hilft, den eigenen Wachstumsschritt zu finden. Nicht vergessen: Sprechen Sie Ihren eigenen Wachstumsschritt gegenüber einer anderen Person aus und stellen Sie sicher, dass Sie verstanden worden sind.

Schritt 5: Das kreieren einer gewünschten Zukunft

Wer etwas in der Wertschätzer Methode geübt ist, kann Schritt 1–4 häufig überspringen oder zumindest im Schnelldurchgang abhaken, weil sich unsere wesentlichen und grundlegenden Themen häufig wiederholen. Es sind die gleichen Muster und Wachstumsprozesse, die uns immer wieder herausfordern, bis wir sozusagen “durch” sind. Während Schritt ein bis vier unser logisches Denken und unseren automatischen Blick auf alles, was noch nicht gut läuft befriedigt (Gelbe Realität), kommen wir beim fünften Schritt in den Grünen Bereich, der uns eher unvertraut und neu ist. Wir schauen nicht mehr auf das, was stört sondern wir blicken hin zu der Realität, die wir uns eigentlich wünschen. Dabei hilft uns die Fähigkeit zu Träumen und uns mit dem zu Verbinden, was uns eigentlich wichtig ist. Auch hier unterstützt uns das Aussprechen der gewünschten Zukunft, damit wir sie nicht nur wage in uns wahrnehmen sondern klar und deutlich spüren und empfinden können.

  • Wie sieht sie also aus, diese gewünschte Zukunft?
  • Mit welchen Menschen würden wir diese gern erleben?
  • Wie ist der Umgang miteinander?
  • Was genau wird getan und mit welcher Qualität?

Solche oder ähnliche Fragen helfen uns, die Geschichte zu erfinden, die unserer gewünschten Zukunft entspricht. Wenn wir dies getan haben, dann gilt es in sich hinein zu spüren, um zu bemerken, dass unser gesprochenes Wort die Kraft hat, die gewünschte Zukunft ins Jetzt, in den gerade gelebten Augenblick zu bringen. Diese Entdeckung mag erstaunen. Wir erkennen plötzlich, dass die ersehnte Zukunft ja schon da ist, zumindest in uns! Und das Beste, wir können jederzeit den Zugang dazu wieder herstellen und das, ohne dass sich im Außen etwas verändert! Dieses Erleben, das wir eigenständig immer wieder herstellen können, erzeugt ein Großmaß an Freiheit.

Schritt 6: Freilassendes Handeln

Können Sie in Erwägung ziehen, wie anders es ist, wenn Ihre Handlungen nicht mehr davon getrieben sind, etwas verändern zu müssen?

Wenn Sie

  • all das, was Sie erreichen wollen, schon in sich tragen,
  • sich an einem gemeinsamen, möglichst optimalen Weg freuen,
  • sich sicher sind, dass Ihre Entspannung zu dem bestmöglichen Miteinander beiträgt,

dann ist es einfach, Ihre Vorstellung davon, wie es laufen müsste, loszulassen und sich auf den gemeinsamen Prozess einzulassen. Und das Erstaunliche passiert: plötzlich, gerade weil Sie losgelassen haben, werden Ihre Anregungen besonders häufig aufgegriffen und umgesetzt.

Schussbemerkung zur Wertschätzer Methode

Wenn wir aus der Vorstellung aussteigen, dass Schwierigkeiten und Widerstände ein Problem sind, stattdessen erkennen, dass jede innere Beschwerde über uns selbst oder andere einen echten Wachstumsimpuls ermöglicht, der vor allem uns selbst dient, dann bekommt unser Leben plötzlich eine Qualität von Freude, Spaß, Genuss und vielem mehr, das weit über dem liegt, was wir uns bisher vorstellen konnten. Das Anwenden der Wertschätzer Methode kann große Freude machen.

Aus eigener Erfahrung und der von vielen Menschen wissen wir, dass die hier vorgeschlagenen Vorgehensweisen nach einiger Übung und gegebenenfalls notwendiger Unterstützung, hochwirksam sind. Sie befreien uns aus der echten Not, Opfer der Umstände zu sein, egal ob dies die eigenen Unzulänglichkeiten oder die scheinbar üblen Rahmenbedingungen sind, unter denen vor allem unsere Gelbes Menschsein leidet. In einem Satz gesagt heißt dies: Wenn es uns gelingt, unser Gelbes Besserwissen loszulassen und wir stattdessen lernen, das Grüne Gold herauszuhören, insbesondere in Bezug auf unser eigenes Leben, dann fängt eine Reise für uns an, die eine neue Dimension von Menschsein und Lebensqualität beinhaltet. Viel Freude damit!

In unserem Buch "Wertschätzung - Wie Flow entsteht und die Zahlen stimmen, Impulse und Praktiken zur Gestaltung gelingender Zusammenarbeit zeigen" wir sieben Lösungswege auf, die den heute vorherrschenden Gelben Unternehmen einen gangbaren Weg aufzeigen, sich zu einer Grünen Organisation zu entwickeln. Die Prinzipien der Zusammenarbeit sind dort so anders, lebendiger, fröhlicher, wirksamer, erfolgreicher und vieles mehr.

Das Buch ist dabei nicht nur ein reines Sachbuch sondern beginnt mit einer Romanfigur, die anhand eigener Erlebnisse und Herausforderungen ihren Weg zur Wertschätzung findet. Im Wechsel zwischen unserer Heldenstory und der Darstellung von Fachinhalten finden Sie übersichtliche Angebote zum Perspektivenwechsel mit jede Menge Beispielen sowie konkrete Tools und Hilfsmittel zur Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung, mittels denen Sie sofort starten und unserem “Helden” nacheifern können.

Stöbern Sie doch einfach mal auf unserer Webseite zum Buch: www.wertschaetzen.com

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