Focusing

„Focusing – der Körper kennt die Antwort“

Hintergrund zur Methode:

Eugene T. Gendlin untersuchte in den 70-iger Jahren verschiedene Therapieformen, um herauszufinden, was den Erfolg einer Therapie bedingt. Er erkannte, dass die Klienten, die in einem guten Kontakt mit ihrem Körper sind, die sichersten Therapieerfolge erreichten, unabhängig von der angewandten Methode oder der Person des Therapeuten.

Aufbauend auf dieser Erkenntnis entwickelte er die Methode Focusing. "Allen Menschen ist die Fähigkeit, sich auf ihr Inneres zu fokussieren, ihr körperlich gespürtes Befinden im Hinblick auf ein bestimmtes Thema, Problem oder eine bestimmte Situation, „in den Focus zu nehmen“, prinzipiell zugänglich", sagt Eugene T. Gendlin. Es ist ein Gespür dafür, was richtig und stimmig ist, eine natürliche Kompetenz. Dieses körperliche Gefühl über eine Situation ist immer vollständiger und weiß mehr, als unsere Gedanken oder Interpretationen.

Sich diesem Körpergefühl zuzuwenden ist eine bewusste Entscheidung. Dabei ist die Wahrnehmung häufig zunächst unklar und vage. Es geht hier darum, trotzdem dran zu bleiben und ihr ausreichend Aufmerksamkeit zu geben. Dadurch eröffnet sich eine neue Realität hinter unseren äußeren Geschichten von z.B. Ärger, Schuldzuweisungen, Stress... . Wir werden beschenkt durch tieferes Wissen, durch eine andere Wahrheit.

Als Grundhaltungen in diesem Prozess werden u.a. "Freundlichkeit sich selbst/dem eigenen Körper gegenüber", "das Existierende annehmen" und "absichtsloses Da-Bleiben und Kommen-Lassen" empfohlen.

Focusing erinnert uns daran, dass wir die Weisheit in uns selbst tragen und lehrt uns der Stimme unseres Körpers Aufmerksamkeit zu schenken.

Zugang zu dieser Weisheit bekommen wir über die Wahrnehmung unseres Körpers. Focusing liegt die Annahme zugrunde, dass es eine Art körperliches Gedächtnis gibt. Vor allem einschneidende, vergangene Erfahrungen sind in unseren Zellen gespeichert. Gleichzeitig ist der Körper der Zugang zur Gegenwart und damit die Verbindung zu allem was ist.

Zu einem Thema, einer Frage, zu jedem Lebensbereich können wir jederzeit sowohl zu der in uns gespeicherten Vergangenheit als auch zur jetzigen Gegenwart Zugang haben.

Wir erleben dies über unser Körperempfinden. Gehen wir z.B. zu einem Thema mit uns in Kontakt, ist das Empfinden häufig undeutlich, fast wie verschwommen. Erst wenn wir uns diesem Gespürten bewusst zuwenden, wird das Erleben der Empfindung klarer.

Bei unseren persönlichen Lebensthemen ist es häufig eher eine unangenehme Empfindung, die wir von unserer Struktur als Mensch lieber nicht fühlen, lieber nicht zulassen wollen. Im Focusing überwinden wir diese kleine Hürde und öffnen uns für das, was sich in uns zeigen möchte.

Indem wir das tun, erleben wir eine überraschende innere Präsenz, eine klare körperliche Empfindung. Im Focusing geht es einfach darum, dabei zu bleiben, nichts zu tun, sondern interessiert zu schauen. Es ist die Haltung eines wachen, interessierten Zuschauers, der genau erleben möchte: „Was geht da in mir vor.“

  • Wenn wir darin geübt sind, einfach mit der Körperwahrnehmung zu sein, können wir spielerisch damit umgehen. Wir können Fragen stellen, Bilder auftauchen lassen, unseren Ideen und Impulsen folgen, mit dem was ist, kommunizieren. Sehr unterstützend dabei ist es, eine erfahrene Begleitung zu haben.

Die Ergebnisse sind häufig überraschend, einfach und klar. Neue Zusammenhänge werden erkannt und alte Betrachtungsweisen über Bord geworfen. Vielfach lösen sich eingefahrene Muster und innere Blockaden. Wir erleben uns in einer neuen Qualität.

Es zeigt sich immer nur das, was auch gefühlt und verarbeitet werden kann.

Focusing ist hilfreich:

  • Um neue Perspektiven zu eröffnen,
  • Um Frieden mit dem, was ist zu schließen,
  • Um das Potenzial oder den Schatz in starken Gefühlen und Körpersymptomen zu heben,
  • Um Menschen mit einem Zugang zum Körper schnelle und effektive Lösungen und Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen, die außerhalb des normalen Denkrahmens liegen,
  • Um wiederkehrende Muster zu verstehen und einordnen zu können und damit für den Alltag händelbar zu werden.

Übungsanleitung zur Focusingbegleitung:

  1. Raum schaffen:
    Mach es dir bequem, schließ die Augen und geh in innere Achtsamkeit. Sind irgendwelche belastenden Dinge da, die wir erst einmal zur Seite stellen können? Möchtest du dich erst einmal ausdrücken, um Raum zu schaffen? Brauchst du irgendeine Entspannungsübung oder etwas anderes, um genügend Raum zu haben?
  2. Einstellen
    Stell dich dann auf die Situation, die Person oder das betreffende Problem ein, auf das du fokussieren möchtest. Beschreibe das Problem. Finde einen Satz, der das Thema möglichst umfassend und stimmig wiedergibt.
  3. Innere Aura
    Lege dir diesen Satz auf den Schoß. Als Begleiter kannst du ihn mehrere Male wiederholen. Spüre ganz entspannt nach, welche Resonanz dieser Satz in dir erzeugt. Spüre auf eine passive Weise in dich hinein – es muss noch nichts klar oder deutlich werden.
  4. Körperempfindungen
    Welche Körperempfindungen gehen mit dieser Situation oder Person oder deinem Satz einher?
    Was spürst du in deinem Körper? Tut irgend etwas weh, ist etwas eng oder weit?
    Was macht der Atem? Beschreibe genau, wo und wie du etwas in deinem Körper erlebst.
  5. Dabeibleiben
    Bleibe bei dieser inneren Aura und den Körperempfindungen. Spüre sie einfach und atme in sie hinein. Bleib dabei passiv und aufnehmend. Lasse dir Zeit für diesen Prozess, bis du das Gefühl hast, ein bleibendes Körpergefühl entsprechend deiner Situation gefunden zu haben. Als Begleiter forderst du auf, die Körperempfindungen möglichst präzise zu formulieren. In der Beschreibung der Empfindungen wird der Zugang in der Regel einfach. Präzise kann bedeuten: Wie schwer, wie groß, wie genau fühlt sich der Schmerz an – stechend, reißend, ziehend, drückend...
    Häufig kommt Mensch an ein Körperempfinden, das im Nachspüren so bleibt und sozusagen die körperliche Resonanz zu dem Thema, dem Satz ist.
  6. Symbolisieren
    Lass Worte oder Bilder aus dem Erleben entstehen. Wenn die Empfindung (z.B. stechender Schmerz, Stein im Bauch, Druck auf der Brust...) sprechen könnte, was würde sie sagen? Hilfreich kann sein, die Körperempfindung zu „personalisieren“ und ein Gespräch mit der Körperempfindung zu führen. Eine der hilfreichsten Fragen ist: Warum plagst du mich so – was willst du mir sagen?.
  7. Weitere mögliche Fragen
    Was brauchst du (die Empfindung), damit du gehen kannst?
    Was ist deine Botschaft an mich, die ich bis jetzt nicht gehört habe?
    Was sollte ich tun, damit ich zur Entspannung beitragen kann?
  8. Checken
    Prüfe, ob sich durch das Symbolisieren etwas bei der inneren Aura oder den Körperempfindungen verändert hat. Spüre nach, ob die Botschaft stimmig ist.
  9. Annehmen
    Sage bewusst ja zu der Botschaft, die du empfangen hast. Spüre der Erleichterung nach, der inneren Entspannung. Bedanke dich bei deiner inneren Weisheit für Ihre Unterstützung.

Zum Weiterlesen:

FOCUSING Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme von Eugene T. Gendlin, ISBN 349960521X

Focusing – Der Stimme des Körpers folgen, Anleitungen und Übungen zur Selbsterfahrung von Ann Weiser Cornell, ISBN 3499603535

 

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